Agile Teamarbeit – und wieder etwas Neues?

Zunehmend hält der Begriff „Agile Teamarbeit“ Einzug in die moderne Alltagsarbeitswelt von Projektteams. Sind oder waren bisherige Teams nicht agil, sondern einfach nur schwerfällig? Was macht den agilen Charakter eines Teams aus und ist dies wirklich etwas Neues?

Das agile TeamAgile Teams sollen sich nicht in detaillierten Planungen und Dokumentationen verfangen. Sie sollen beweglich bleiben und sollen vor allem die alltägliche Arbeit anhand und auf der Grundlage von vorher definierten Leitlinien kreativ und schnell und vor allen Dingen Ziel- und lösungsorientiert nach vorne treiben. Mitglieder in Agilen Teams übernehmen Verantwortung für den Teilprozess bzw. für den gesamten Teamprozess und entscheiden über weitere Schritte der Prozessentwicklung. Aufgaben und Abläufe in der Agilen Teamarbeit sollen transparent sein und allen Mitgliedern sollen möglichst viele Informationen zum Prozessverlauf zur Verfügung stehen, damit jeder optimal in seinem Verantwortungsbereich agieren kann. Rituale und wiederkehrende Prozesse sollen die Teamreflexion stärken und so den Austausch innerhalb des Teams fördern. Damit meint Agile Teamarbeit ein offenes und kreatives Arbeiten und Entwickeln von Lösungen in einem scheinbar weitestgehend unbegrenzten Raum. Doch natürlich ist auch bei der Agilen Teamarbeit die Begrenzung des Raumes und die genaue Zieldefinition sehr wichtig.

Aber ist dies nun neu? Nein.

Egal, ob man von Agiler Teamarbeit mit Kanban, Scrum oder Xtreme spricht, so sind doch die Arbeitsprozesse und die Verhaltensprozesse im Team altbekannt und nichts Neues. Hier werden nur Arbeitsweisen, Methoden und Haltungen in Teams wieder einmal neu beschrieben und einzelne Module methodisch neu zusammengewürfelt. Doch bei all der Methodik bleibt nach wie vor die Verantwortung für das Gelingen einer guten Teamarbeit bei den Führungskräften im Team und jenen um das Team herum. Denn: Methodik ersetzt keine Führungsqualitäten!

Und schaut man sich so genannte moderne Agile Teams an, so findet man diese Form der Teamarbeit bereits seit Jahrzehnten in den Wohngruppenteams dezentral organisierter sozialer Einrichtungen. Diese Teams arbeiten bereits seit Anfang der achtziger Jahre ausgesprochen agil, da selbst verantwortlich, in tagesaktuellen Detailfragen stets auf sich gestellt und mit Leitlinien der jeweiligen Hauspolitik flankiert. Agile Teams sind hier nur ein neuer, weiterer Begriff, den die Sozialen sich schnell zu eigen machen sollten, um die hohe Qualität ihrer Leistungen allgemein besser nach außen darstellen zu können.

Egal welcher Form der Teamarbeit man sich per Definition verschreibt, das Gelingen von Arbeitsprozessen in Teams oder in Arbeitsgruppen hängt ausschließlich von den beteiligten Führungskräften und deren Führungshaltung ab. Die damit verbundene Führungskultur im Unternehmen oder in einer Einrichtung sollte sowohl die Leitlinie, wie auch den Spielraum für Teams definieren. Umso wichtiger ist es in Unternehmen eine Führungskultur und mit den Führungskräften eine Führungshaltung zu entwickeln. Nur dies sichert die erfolgreiche Perspektive von Unternehmen.

Den Weg zu Ihrer Unternehmensführungskultur und den individuellen, dazu passenden Führungshaltungen Ihrer Führungskräfte entdecken und beschreiben wir gern mit Ihnen zusammen!